Interview mit Vizekanzler Reinhold Mitterlehner

Ich hatte die einmalige Chance, als  Schulsprecher-Stellvertreter des Gymnasiums GRG23 mit dem ÖVP-Vizekanzler Reinhold Mitterlehner ein Interview zu führen! Dazu wurde ich ins Parlament eingeladen. Ich bekam eine Spezialführung und das Interview. Selbstverständlich habe ich hierzu einige Fotos gemacht.

Für einen kurzen Zeitraum habe ich den Alltag eines Spitzenpolitiker miterleben dürfen. – Sehr stressig und viel Arbeit.

Das Interview ist auf bildungspolitische Fragen aufgebaut.

Für die gegebenen Antworten übernimmt die Schülervetretung keine Haftung.


Philipp Stadler: Guten Morgen, Herr Vizekanzler!

Reinhold Mitterlehner: Schönen guten Morgen!

Stadler: Fangen wir gleich einmal mit der ersten Frage an.: Für wie ausreichend befinden Sie die Zukunftschancen und Möglichkeiten für SchülerInnen und StudentInnen in Österreich. 

Mitterlehner: Obwohl Österreich im internationalen Vergleich sehr viel ins System investiert, haben wir Handlungsbedarf. Wir müssen daher in erster Linie das Kind in den Mittelpunkt stellen anstatt über die Türschilder der Schulen zu diskutieren. Unabhängig davon hat jemand, der in Österreich die Schule und eine Berufsausbildung erfolgreich abschließt, beste Voraussetzungen für seine weitere Karriere. Egal ob die Entscheidung nach der Pflichtschulzeit auf eine Lehre, eine weitere Schulausbildung oder auf ein Studium fällt – alle Wege stehen offen. Entscheidend ist, dass jeder Jugendliche eine Ausbildung wählt, die seinen Talenten und Fähigkeiten am besten entspricht.

Stadler: Was tragen Sie mit ihrem Ministerium, dem Wissenschaftsministerium, dazu bei?

Mitterlehner: Als Wissenschaftsminister bin ich für Universitäten und Fachhochschulen zuständig und setze mich dafür ein, dass jede und jeder, der wirklich studieren will, auch die Möglichkeit dazu bekommt. Wo das aus finanziellen Gründen nicht gehen sollte, gibt es Stipendien und Studienförderungen. 

Stadler: Was würden Sie im Bildungsministerium ändern wenn sie dieses Ressort innehätten?

Mitterlehner: Vier Punkte sind uns besonders wichtig:

Stärker dort investieren, wo die Bildungslaufbahn beginnt – im Kindergarten und in der Volksschule. Wir müssen die Talente und Begabungen möglichst früh entdecken und individuell fördern, damit sich jedes Kind bestmöglich entfalten kann. Ebenfalls wichtig ist, dass alle Kinder nach dem Kindergarten ausreichend Deutsch können, damit ein gemeinsamer Unterricht in der Volksschule überhaupt möglich und erfolgreich sein kann.

Das Wichtigste ist nach wie vor ein guter Unterricht, und den machen gute Lehrer. Daher müssen wir unsere Lehrkräfte optimal ausbilden und unterstützen.

Als Kinder haben wir die phantasievollsten Ideen. Genau diese Kreativität müssen wir erhalten und fördern. Denn unser kleines Land lebt von innovativen Ideen und mutigen Menschen, die sie umsetzen. Die Kreativität und das Können unserer Jugendlichen entscheiden über unsere Zukunft.

Und wir müssen für eine gute Zusammenarbeit mit den Schulpartnern sorgen – also zwischen Schule, Schülern und Eltern. In diesem Dreieck gibt es zwar oft unterschiedliche Interessen, aber Schule kann nur gemeinsam gelingen.

Stadler: Meine letzte Frage: Wie stehen sie zur Zentralmatura?

Mitterlehner: Prinzipiell halte ich die Zentralmatura für richtig: Es ist sinnvoll, ein national vergleichbares Mindestniveau in wesentlichen Gegenständen zu erreichen. Das geht eben nur mit einer standardisierten Abfrage der Leistung. Verbessert werden muss aber die administrative Umsetzung, Vorbereitung und Betreuung. Das haben die bisherigen Erfahrungen gezeigt.

Stadler: Vielen Dank für das nette Interview!

Mitterlehner: Danke, ich wünsche dir alles Gute!

Dr. Reinhold Mitterlehner und Schulspr-Stlv. Philipp Stadler

Im parlamentarischen Büro des Vizekanzlers

Der historische Plenarsaal hinter mir

Der Bundesratssaal