Interview mit Dr. Alexander Van der Bellen

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Ich hatte die riesige Ehre ein Interview mit Bundes-präsidentschafts-Kandiat Dr. Alexander Van der Bellen zu führen! Hier das Interview:

 

 

 

 

1.) Wie stehen Sie zu der Zentralmatura?
Eines vorweg, der Bundespräsident ist nicht der Ersatz-Bildungsminister in der Hofburg. Mir ist wichtig, dass alle jungen Leute in unserem Land die gleichen Chancen haben. Wenn die Zentralmatura dazu beitragen kann, hat die Bundesregierung in meinen Augen etwas richtig gemacht. Doch die Zentralmatura ist noch jung – auf ein, zwei „Kinderkrankheiten“ wird man eventuell noch draufkommen und nachjustieren müssen.
2.) Finden Sie die Arbeit die Bundesregierung im Bildungswesen gut? Welche Schulnote würden Sie Ihr geben ? 😉

Da muss ich Sie enttäuschen: Ich werde auch als Bundespräsident keine Schulnoten vergeben. Aber Spaß beiseite: Als Bundespräsident werde ich beim Thema Bildung wichtige Reformen einnahmen und auf echte Ergebnisse pochen. Beispiel Kindergarten: Der Kindergarten, regelmäßig unterschätzt in seiner Bedeutung, sollte mehr Aufmerksamkeit bekommen. Er ist jetzt noch wichtiger, weil wir in Zukunft einen noch höheren Anteil von Kindern haben, die Deutsch nicht als Muttersprache haben, und die so spielerisch in unsere Sprache eingeführt werden. Österreich sollte sich hier an den besten Ländern orientieren.

3.) Wie wichtig ist Ihnen das Bildungswesen?

Die Bildung liegt mir wirklich am Herzen. Sie ist ganz zentral, wenn es um die positive Weiterentwicklung unserer Gesellschaft geht. Das Beste in der Zeit als Lehrender an der Universität war, dass ich ständig von jungen, kreativen und klugen Köpfen umgeben war. Das war immer unglaublich inspirierend. Als Bundespräsident werde ich die Stimme erheben für moderne Reformen im Schulwesen, bei den Kindergärten, Universitäten und Fachhochschulen.

4.) Finden Sie, dass Jugendliche in Österreich ausreichende Chancen haben, mit dem jetzigen Bildungssystem einen guten Job zu finden?

Zu meinem Bedauern muss ich zugeben, dass wir in Österreich noch nicht ausreichend Chancen für alle Jugendlichen haben. Deshalb möchte ich mich für ein modernes Bildungssystem einsetzen.

5.) Was würden sie einem/einer 15 Jahre alten SchulabbrecherIn sagen?

Ich würde ihn oder sie fragen, was passiert ist. Ich würde wissen wollen, warum dieser junge Mensch eine so schwerwiegende – und in meinen Augen falsche – Entscheidung getroffen hat. Anschließend finde ich hoffentlich die richtigen Argumente, damit dieser Jugendliche entweder wieder in die Schule geht oder eine andere Art der Ausbildung beginnt.

6.) Was wollen Sie allen SchülerInnen auf den Weg geben?

Ich verstehe, dass die Freude am Lernen in der Schule schon einmal verloren gehen kann. Aber Sie sind auf dem richtigen Weg. Wir leben in einem Land mit zahllosen Chancen, spannenden Perspektiven und nicht zuletzt in einem erfolgreichen Land – so sehe ich das zumindest. Und ich hoffe, dass Sie alle Österreich auch so sehen und nicht als finsteres Alpen-Mordor wie im „Herr der Ringe“ – ein Bild, das der Populismus so gerne von Österreich zeichnet.

7.) Was würden sie zu einem Jungwähler/zu einer Jungwählerin sagen, wenn er/sie Ihnen erklärt sie nicht zu wählen?

Ich würde mir genau anhören, was er oder sie zu sagen hat, viel nachfragen und hoffen, dass ich daraus etwas lernen kann.

Vielen Dank für Ihre Zeit und Ihre Antworten! Ich wünsche Ihnen alles Gute!

Sehr gern! Dankeschön!