Interview mit Ing. Norbert Hofer

img_8001Und hier Teil zwei der Bundespräsidentschaftskandidaten-Reihe! Ing. Norbert Hofer hat auf meine Fragen geantwortet und ich kann euch hier mit Freude das Interview präsentieren! Viel Spaß!

 


 

Guten Tag, Herr Hofer! Danke dass Sie mich eingeladen haben!

Grüß Gott! Sehr gerne!
Wie stehen Sie zur jetzigen Bildungspolitischen Situation in Österreich?

Seit Jahrzehnten wird das österreichische Bildungssystem reformiert. Dabei stehen leider nicht immer die Schüler im Vordergrund, vielmehr werden ideologische Standpunkte vertreten. Das hat leider auch zu einem Stillstand in der Bildungspolitik geführt, da die Kolitionspartner einen diametral entgegengesetzte Vorstellung davon haben, wie Bildung am besten vermittelt werden kann.

Wichtig ist zunächst das Vermitteln der Kulturtechniken Lesen, Schreiben und Rechnen sowie die Förderung der individuellen Begabungen und Talente. Daneben ermittelt die Schule vor allem auch soziale Kompetenzen und soll bestmöglich auf das Berufsleben vorbereiten. Daher ist es notwendig, dass das österreichische Bildungssystem auf eben diese individuellen Unterschiede eingeht und differenzierte Schultypen führt.

Gesamtschule oder differenziertes Schulsystem? Warum?

Oberste Maxime unserer Bildungspolitik soll die Freiheit sein. Das heißt, dass Eltern und Schülern die Wahlfreiheit erhalten bleiben muss, ob die 10- bis 14jährigen eine AHS-Unterstufe oder eine Neue Mittelschule besuchen aber auch die Entscheidung, ob sich Kinder nachmittags in den Schulen aufhalten oder zu Hause. Ganztagsschulen mit verschränktem Unterricht oder eine als Gesamtschule konzipierte NMS bieten diese Wahlfreiheit nicht.

Ich stehe für den Erhalt eines (verbesserten) differenzierten Schulsystems, da nur in einem solchen alle Begabungen und Talente optimal gefördert werden können. Darüber hinaus bin ich für den Erhalt des Gymnasiums in der Langform (d.h. inklusive der AHS-Unterstufe), da das Gymnasium bei allen Bildungstests als erfolgreichste Schulform abschneidet.

Aber ich möchte ein Schulsystem, das durchlässig sein muss, d.h. es muss auch künftig möglich sein, von einer NMS erfolgreich in eine AHS oder BMHS überzutreten.

Kinder, welche die Unterrichtssprache Deutsch vor Eintritt in das Regelschulwesen nicht hinreichend beherrschen, sollen diese in eigenen Förderklassen nachlernen.

Wie wollen Sie als BP auf die Bildung einwirken?

Ich werde mit der Unterrichtsministerin einen engen Kontakt pflegen und darauf achten, dass die Bildungspolitik nicht vernachlässigt wird und die dafür notwenden Mittel zur Verfügung stehen.

Wie wichtig ist Ihnen die Bildung?

Bildung sehe ich als Fundament der Entwicklung unserer Gesellschaft an. Unsere Jugend muss die beste Bildung bekommen um Österreich in Wissenschaft und Wirtschaft weder ganz nach oben bringen zu können. Nicht nur für den Einzelnen ist daher sicher zu stellen, dass ihm alle Möglichkeiten eröffnet werden, sondern es ist auch ein Benefit für die Gesellschaft und das Gemeinwesen.

Gibt es momentan genügend Jobchancen für Österreichische SchülerInnen?

Das hängt davon ab, welchen Schultyp man besucht hat. Ich selber habe eine berufsbildende Schule absolviert, wo Firmen bereits vor Schulabschluss an uns herangetreten sind. Die Situation am Arbeitsmarkt ist mit fast einer halben Million arbeitsloser Menschen sehr angespannt. Ich rate dazu, sich umzusehen, in welchen Branchen Jobs nachgefragt werden, denn auch die tertiäre Ausbildung ist aufgrund der hohen Anzahl arbeitsloser Akademiker leider auch kein Garant für einen Arbeitsplatz.

Was würden Sie einem 15 Jahre alten Schulabbrecher sagen?

Ich rate dazu, entweder mit der Schule doch weiterzumachen oder einen Lehrplatz zu suchen, der Spaß macht. In jedem Fall ist zu überlegen, wie das Leben weitergeht, denn es wird irgendwann notwendig sein, in das Erwerbsleben einzutreten und auf eigenen Beinen zu stehen. Eine fundierte Ausbildung ist notwendig und auch der beste „Schutz“ vor Arbeitslosigkeit.

Wie würden Sie darauf reagieren wenn jemand zu Ihnen hingeht und Ihnen erklärt Sie NICHT zu wählen?

Der Meinungsvielfalt ist ein wichtiger Aspekt unserer Demokratie und bedeutet natürlich auch, dass man nicht nur Unterstützer hat, sondern auch Menschen, die die eigenen Ansichten nicht teilen. Das akzeptiere ich selbstverständlich.

 

Vielen Dank für dieses nette Gespräch!

Sehr gerne! Alles Gute!